Zuwanderung "Kettwiger" Nr.54,20.1.04


Ganz in unsrer Nähe stand die erste Dampfmaschine des Reviers, errichtet von Wasseige in Lüttich für die Lintorfer Blei-Zinkerz-Grube 1750.

Der erste französische Name, der uns im Kettwiger Heiratsbuch (Evang. Pfarrarchiv) begegnet, ist Reinier Lejeune, der am 24.6.1759 Mar. Marg.Preußen heiratet. Bei der Taufe seiner Kinder Johann (1766) und Magd.Elis. (1769) wird er exakter benannt: Renier Philipp Lejeune. Seine Herkunft wird nicht genannt.

Der nächste Zuwanderer ist  Joh.Peter Ladraint, katholisch, aus Verviers, der am  11.8.1793  Anna Maria (Taufbuch: 10.1.1768: Maria Elis.) Banse
oder Bauso heiratet. Ihm folgt Joh. Niclas Olig, der am 29.11.1793 Maria Cath. Ladrain „aus Limburg“ (vermutlich Limbourg bei Verviers) heiratet. Zusatz: „beide katholisch“. Dann folgt Joh.Chillee (s.u.: Gillet) aus Vervier(s), der Anna Cath.Steets am 10.5.1795 heiratet. Wiederum Zusatz: „beide katholisch“. Es folgt Joh.Phil. Stoky aus Vervie (Verviers), der am 14.8.1796 Wwe. Elis.Feldermann Wwe. Schröder heiratet.

In der Bevölkerungsaufnahme von 1803 finden wir einige dieser Namen nicht mehr, jedoch: Gärtner Loran im Haus 17 (Ruhrstraße), Tuchscherer Lasquy im Haus 18 (Ruhrstraße), Johann Renir (s.o.1766, 1821 als Joh. Le Jeune genannt) als Wirt und Händler im eigenen  Haus 54 Ruhrstraße, dort als Mieter Wollspinner Lambert. Der Kragenmacher J. Schile (s.o.: 1795) hat als eigenes Haus Nr.72, etwa Hauptstr. Ecke Endepoet. 1821 wird seine Witwe Joh.Gillet soeben aus der Liste der Hausbesitzer gestrichen.

Die Witwe Lejeu (s.o.1759) betreibt einen Spezereihandel in Haus 98 , d.h.  in der Wolfshütt=hintere Hauptstraße. Der Tuchscherer Ladereng (s.o. 1793) arbeitet im Haus 157, vordere Hauptstraße auf der Ecke der alten Kringsgat. Der Ziegelbäcker Worle wohnt im Haus 165 Eichholz, jetzt Kringsgat 4.

Spätere Zuwanderer sind die Lemaitre, Soumagne und Mallepree, deren Namen heute noch massenhaft im Telefonbuch Lüttich-Verviers vorkommen. Hierzu noch folgendes: in Verviers gab es 1999: 110 Lejeune, 44 Lambert,    31 Gillet, 10 Renier, 7 Lemaitre, 6 Malempres (nach dem Dorf Malempre). Die Landrain/Landrin gibt es sechsmal in Lüttich und einmal in Verviers. Die Soumagnes gibt es natürlich im belgischen Städtchen Soumagne und Umgebung. In Lüttich gab es 1999 neun „Waseige“ und zwei „Wasseige“, 10 Lorent, 1 Lorang und 1 Lorant sowie 5 Stockis. In Kettwig gibt es heute nur einen Straßennamen, der nach einem dieser Zuwanderer (Landraint) genannt ist: der Laddringsweg. SEELING nennt in seinem Buch  „Wallonische Industrie-Pioniere in Deutschland“, Lüttich 1983, den „Fienspenner“ Pierre Lemaitre als Zuwanderer (1837), aber der kam aus Winz bei Hattingen und arbeitete in der Spinnerei „Voßbau“, wo heute das Altenheim St.Joseph steht.  Er gehört anscheinend wie die anderen Zuwanderer der Jahre 1793-96 zu den mutmaßlichen Textilfachleuten aus Verviers.


Die Griechen


Griechische Familien in der Kirchfeldstraße (Scheidt im Kirchfeld) waren 1980/81 durch Abbruch der Wohnungen bedroht (Pressefoto WAZ).


Kettwiger Griechen, Arbeiter bei Scheidt, trafen sich um 1970 auf der Brücke am Mühlengraben.


Griechische Hochzeit vor dem Kettwiger Standesamt im Rathaus.


Schultheater der Kettwiger Griechen im muttersprachlichen Unterricht an der Schmachtenbergschule. Foto: Kosmas Lazaridis


Kettwiger Griechen lassen nach orthodoxem Ritus ihre Kinder zur Taufe untertauchen. Hier ist das Taufbecken von Düsseldorf nach Kettwig ausgeliehen worden.