Kochbücher


Unsere Kochbuchsammlung beginnt um 1830, enthält natürlich Klassiker wie die "Davidis" und endet bei handschriftlichen Sammlungen Kettwiger Hausfrauen.

Die erste Übersicht mit vollständigen Inhaltsangaben erschien bereits in unserer Zeitschrift "Die Kettwiger" Nr.24 vom 2.5.2000.

Ältestes Kochbuch in unserm Museum ist "Liebe Emilie", ursprünglich dreiteilig, wobei von Band I 431 Seiten erhalten sind.. Es ist auf etwas 1820/30 zu datieren.

Henriette Davidis ist die Klassikerin für die gutbürgerliche deutsche, speziell westfälische Küche. Henriette wurde 1801 in Wengern an der Ruhr geboren und starb 1876 in Dortmund. 1844 erschien ihr "Practisches Kochbuch"

Die Davidis war und ist berühmt für ihre Nähe zur Landwirtschaft. In der Vorratswirtschaft gibt es bei ihr beachtliche Mengen, z.B. 50 kg Pökelfleisch, Blutwurst vom ganzen Schwein ( "... warm, so wie es vom Schweine kommt..."), 24 bis 34 Köpfe Weißkohl auf ein Fass von 35 Liter oder 50 kg. Schnittbohnen im Fass . Die entsprechenden Steingutfässer haben wir im Museum.

Neu ist zur Zeit ihrer Bearbeiterin Luise Holle (1890/ 1904) die Einkochtechnik nach WECK. Daneben wird noh der alte Einkochtopf erwähnt, in dem die Gläser auf Heu oder Hobelspäne gestellt werden, damit sie sich beim Kochen nicht stoßen .

Henriette Davidis /Luise Holle: Praktisches Kochbuch, Bielefeld /Leipzig (V&K) 1904, 41.Auflage

Unser französisches Kochbuch von Madame Durandeau ist mit 428 Seiten vollständig. Das Besondere an diesem Kochbuch sind die humoristischen Vignetten, und für alle, die die vielen Fachbegriffe der französischen Küche kennen müssen, ist das Buch unentbehrlich.

Bei den Suppen der Madame Durandeau dominiert auffällig Liebigs Fleischextrakt. Um 1900 sammelte man begeistert die Liebig- Tauschbildchen in Alben.

Guide de la bonne cuisiniere par M'me Durandeau, 4eme edition, Paris 1887

Wir haben aus der Zeit der beiden Weltkriege "Not-Kochbücher", z.B. "Das Einmachen der Früchte ohne Zucker" (1916),

"Wir stellen uns um" (etwa 1940). Beim ersten hat Luise Holle noch mitgewirkt, das zweite ist von Elly Heuss-Knapp verfasst.

Das Oetker-Schulkochbuch ist mit mehreren Generationen vertreten: Das älteste ohne Datum um 1911, das zweite das mit dem "hellen Kopf" (1927),- dann müsste ein Oetker-Buch von 1937 folgen, und eine vierte Generation ist die des "Wirtschaftswunders" um 1950.