Fachwerk


Im Museum lässt sich an einem Stadtmodell des Jahres 1965 ( nur Innenstadt nördlich der Ruhr) die Lage der denkmalwerten Fachwerkhäuser zeigen.

Wevers Haus

1368 wird die Kirchtreppe ("ante gradum") erstmals genannt. Dort ist eins der ältesten Häuser "Wevers Haus an der Kirchtreppe" , dessen Name auf den Beruf des Webers schließen lässt. Heute:

Nr 7, heute "Stiege" = 1368 Hillen Haus vor dem Kirchhof, vor 1476 Wevers Haus, 1476/89 und 1589 Groene, 1803/1821 Löwenhagen; Nr.8. (gegenüber) 1368 "Cronenbergs am Kirchhof an der Trappen", Grüt- oder Brauhaus, 1511/12 Moelners "Keuthaus".

1397 gibt es auf dem Kirchplatz ein "Gildehaus" (auch: 1460 und noch 1720 genannt).

Jacobusvicarie

Weitere wertvolle Fachwerksubstanz in der Ruhrstraße , alt:"Unterdorf" (siehe auch: Jacobusvicarie) und in der Kaiserstraße, alt "Oberdorf".

Für die Baudenkmäler in Kettwig vor der Brücke ist eine besonders wertvolle Quelle das Weberverhör zu Gerresheim 1767

zur Lage der Weber in 30 Häusern: zahlreiche "Wüllenfabriquen" und Weber von "Dobbelstein", die nach Elberfeld mit Schubkarren liefern.

Als Weber bezeichnen sich 1767 im Dorf vor der Brücke:

Wilhelm Ruttmann (im Nebenerwerb, sonst Wirt, Zolleinnehmer "im Ritter", geb.1707),

Maurits Rütmann (im Laupmanner Haus),

W.Lintermann (Lindermann, Wolle),

Joh.Potthaus im Nebenerwerb (Fährmann, Wollspinner),

Peter Jac.Korten und seine vier Brüder (Kortens Ölmühle, Wolle).

Als Tuchmacherlehrling bezeichnet Joh.Herm.Ossendorf seinen Sohn.

In den Kotten der weiteren Gemeinde Laupendahl weben :

Johann Montenbroich "im Garten",

Wilhelm Blospiel im "Schemerstap",

Henrich Albert Horst im Haus "Zum Hümmelgen",

Adolf Dellmann am Grünenwald,

Wilhelm am Grünenpoet (Grünpütt) und Dirich Grünpütt (Chamoisen und Dobbelstein nach Elberfeld, genannt wird auch "Tirentey"),

Wilhelm am Abrahams Schloss,

Wilhelm Magtenrey "am Steinberg".

Als frühere Weber werden benannt:

der verstorbene Hermann am Hofe, vermutlich Haus Montenbroich,

der Hümmelgen (Großschwiegervatter von H.A.Horst, s.o.),

Joh.Peter Lubman (seit 1722),

Franz Hch.Sporenberg (in Lindermanns Haus) seit 1735 und Peter Hümmelgen (in Äuers Haus) nach 1711 bis 1756, ferner der Vater von Wm.Ruttmann (Zöllner,s.o.), die früheren Bewohner des Kottens am Büschgen und des Kottens Schietenhaus (Scheyten verstorbener Sohn), Peter an der Midellen und der Vorgänger des Bauern Wilhelm Titzrath "Am Anfang". Johann aus dem Kotten "am Büschgen" fährt Tuche nach Elberfeld und Lennep und ist soeben "auf der Reis nach Lennep mit Laken". Der Inhaber der Walkmühle Leopold Schoppen ist Fassbinder, und die Walkmühle, erbaut nach 1710, ist verfallen. Das Team der Museumsfreunde um Günter Voss hat im Jan./Feb.2001 die Baugeschichte dieser Weberhäuser erstmals dargestellt.

Fachwerkhaus Mühlenhof,

 

Kettwig v.d.Brücke Ein besonders schönes Baudenkmal ist die jetzige Altentagesstätte vor St.Joseph, ein Fachwerkhaus mit Geschichte, denn das Haus war ein Stückchen Preussen im Bergischen Land, Moersisches Lehen der Herren auf Hugenpoet. 1703 hatte der soeben zur Königswürde aufgestiegene Friedrich I von Preußen durch Erbgang die Grafschaft Moers gewonnen und versicherte sich eiligst der Treue seiner neuen Untertanen. Daher bestellte Baron Kinsky den Bertram von Hougenpoot zur Lehens-huldigung nach Krefeld wegen des "Müllenhoff, mit der Herrlichkeit in dem Walde, in dem Gericht von Mintert und Kirchspiel Kettwich gelegen belehnt" "Und dann nach tödtlichem Hintritt weyland Sr. Königl. Majestät in GroßBrittannien glorwürdigsten Andenckens die Nothdurfft den Lehnrechten nach erfordern will, daß die Renovation der Belehnung anjetzo von Allerhöchstgedachter Sr.Königl.Majestät in Preussen als kenntlich possidirendem und von Sr.Keyserl.Majestät und dem Reich bestättigtem Landesherren und Graffen zu Meurs geziemend gesonnen und empfangen werde; Als heische und lade denselben, oder da gemelter Freyherr Bertramus von Hougenpot mit Tode abgangen seyn mögte, den oder die jenige, welche Sich zu dieser Lehenfolge zu qualeficiren vermeinen, kraft habender Commission hiermit auf den 3ten Mey dieses Jahres allhie zu Creveld vormittags persöhnlich oder durch gnugsamen Gevollmächtigten zu erscheinen..."